Erfolgreicher Thy Cup 2013 - fulminanter Jahresabschluss

Die Thy-Cup-Crew in Thisted/DK 2013. Foto: Martina Kadenbach

Ist es zu glauben? Doch, es gibt sie: Diejenigen, die sich gleich nach Weihnachten dem Sofa, der Freundin, Familie oder dem Geschenke-Umtausch-Wahn entziehen, dem Gänsebraten keine Chance zum Ansetzen geben und jeglichen Rehabemühungen zur Halbzeit der Handballsaison entsagen. Diejenigen, die statt HandballPAUSE HandballWAHNSINN erleben wollen, denn schließlich weiß jeder, dass es auf die optimale Inszenierung des Finales ankommt, wenn man kleine Längen im Jahresverlauf überspielen möchte. Und, dass dieses Finale fulminant werden würde .... daran zweifelte eigentlich niemand.

Aber starten wir von Beginn an. Am 27. Dezember machten sich also zuallererst die sechs Trainer in aller Frühe auf, die 9-Sitzer abzuholen, die die oben beschriebene Spezies zum diesjährigen Thy Cup 2013 nach Thisted in Dänemark bringen sollte.
Die erste Überraschung: Orga-Papst Tim Cramer hatte dafür gesorgt, dass statt schnöden 9-Sitzern, Bus ähnliche 9-Raum-Transporter zur Verfügung standen - jeder mit gigantischem Gepäckraum. Den Trainern schoss Unterschiedliches durch den Kopf: - Lisa: „Lässig!“ - Claus: „Hoffentlich erfahren die Mädchen nicht vor Abfahrt davon!“ - Tina: „Mein Gott, wie soll ich damit einparken?“ - Kevin: „Gut, dass ich gleich erst einkaufen gehe! Schnell die Mengen auf der Einkaufsliste nach oben revidieren!“ - Jan: „Hervorragend, kann ich meine zweite Reserve-Luftmatratze, zweimal Nasenspray, sieben Dosen Lutschpastillen, zwei Liter Meditonsin noch einpacken.“ - Sascha: „Mein Bus wird der Party-Bus!“
Auf dem Parkplatz „Am Böhmerwald“ trafen sich dann gegen 11.30 Uhr die wB1, wB2, die mA1 95erLions und die mA2 96er/97er Lions, um sich auf den Weg zu machen. Paparazzi Dirk Sauerland übernahm einen der Mädchen-Busse, CDs und Verpflegung wurden auf die Busse verteilt und man sprach sich kurz über die Route ab. Es muss angemerkt werden, dass sich Tina mit 450km und dafür schätzungsweise notwendigen 4,5 h Stunden Fahrtzeit (Quelle: google-maps) eigentlich NICHT verschätzte. Dass es schließlich für die Hinfahrt fast 6 Stunden wurden, lag an (angeblich) von Robin verlegten BMW-Schlüsseln (die sich dann doch zuhause in der Schublade befanden), ca. zwanzig Pinkelpausen der männlichen Teilnehmer, Einsammeln unserer Dänen-Crew in Horsens Süd, einem eigentlich in der wB nicht mehr für möglich gehaltenen Unfall von „in der Tür eingeklemmten Fingern!“ und daran, dass Jan beim „gelben Blitz“ die Handbremse erst kurz vor der dänischen Grenze löste und fortan schneller als 100 km/h fahren konnte. An Dirk S. lag es ausdrücklich nicht, musste er auf den ersten 200 km doch erst realisieren, dass er nicht sein gewohntes „PS-Monster“ sondern einen Bus fuhr, der nicht ständig 180 km/h fahren MUSS! Abgelenkt durch die Partystimmung in seinem wB1-Bus war ihm gar nicht aufgefallen, dass die anderen Busse erst aus seinem Rückspiegel und dann ganz verschwunden waren. Aber man traf sich am Ziel wieder! Und darauf kommt es an.

Am ersten Abend wurde das Quartier bezogen, sich häuslich eingerichtet und langsam eingegroovt. Schließlich waren wir auf einem Leistungsturnier - da überlässt man nichts dem Zufall. Am Samstag ging es für alle vier Teams in die Gruppenphase, ein hartes Stück Arbeit, denn es waren drei bis vier Spiele mit jeweils 2x20 Min zu absolvieren und bis auf die mA2, waren die anderen Teams nicht gerade überbesetzt (mA1: wenn ihr 11 Spieler seid und sechs einzusetzen sind, bleiben ja noch vier Auswechsler oder?).
Alle Teams schlugen sich hervorragend: die wB1 gewann einfach gleich alles, mA1 und mA2 wurden jeweils Gruppenzweiter und damit auch im A-Pokal und auch die wB2 schlug sich wacker. Im letzten Gruppenspiel der mA2 in der Haupthalle konnten dann erstmals alle zuschauen und den Klassiker „Lloret de Mar“ aus LUND 2013 (Copyright Hamster) anstimmen, was der enge Spielplan vorher einfach nicht zuließ.
Am Abend folgte dann die wohlverdiente Rehaphase in der Unterkunft, denn 120 Min. bzw. 160 min. Handballspielen kratzten langsam an der Substanz. Prof. phys. med. Ehrenberg hatte kaum Termine frei: Dietmars Schulter, Gählers Rücken, Marleens Nacken u.v.m. - gewohnt gnadenlos wurde dem Schmerz auf den Grund gegangen: „Hier ist der Muskel verklebt oder?“ (Daumen-Akupressur auf Stelle xy) „JAAAAHAAAAAAAAAAA!“
Zur Erholung widmete man sich in großer Runde Lisas Kult-UNO-Karten. Kleine Regelergänzungen machten das Spiel zum Burner: Strafkarten kann jeder bekommen - auch die die nicht mitspielen, verdächtig schnelle Dezimierung der Kartenanzahl bei den Mitspielern, wo noch Zuschauer dahinter stehen, ständiges Einführen neuer Regeln vor allem wenn Trainer dran sind usw. usw.. Die UNO-Schlacht zog sich mit allen Begleiterscheinungen (Steffen rennt in die Flurbepflanzung, Chris hat nach Spielende 14 Karten übrig usw.) bis tief in die Nacht und führte zu deutlicher Reduktion aller festen und flüssigen Vorratsbestände. Die Stimmung um den Spieltisch war riesig, Jan verlor den Rest seiner ohnehin durch Erkältung lädierten Stimme und dann durch „Tinatus“ (Copyright: Hartzi) später auch noch sein Gehör.

Nach einer gefühlt „gar nicht statt gefundener Nachtruhe“ schleppten sich alle Unermüdlichen zum Spieltag der Hauptrunde. Laufen! Arrghh. Aufwärmen! Knirrz. Nicht wenigen schien es undenkbar, sich in wenigen Minuten in mehr als Schrittgeschwindigkeit über einen Hallenboden bewegen zu sollen. Aber was soll’s: echte Handballer lieben solche Herausforderungen und so bewegte sich alles auf DEN Turnierhöhepunkt zu!
Zum Aufwärmen gab es ein Anfeuern der wB1 im Viertelfinale. Jana vertrat Lea im Tor herausragend, alle anderen waren schon im „muss ja Modus“ und schleppten sich mehr schlecht als recht zur Anwurflinie, denn inzwischen gab es nur noch eine Auswechselspielerin. Genau der richtige Zeitpunkt für uns, um dem Spiel noch die gewisse Wende zu geben. Alle wB1-Spielerinnen wurden nach vorne gepeitscht, Unsportlichkeiten (wie hohe Würfe bei Jana) des Gegners gnadenlos geahndet. Es gelang sogar die gegnerische Torhüterin zu Tränen zu rühren und mit gezielten „Lloret de mar!“-Einspielungen zur Verzweiflung zu bringen. Leider wurde das durch die Schieris dadurch honoriert, dass der Ausgleichstreffer für die wB1, der deutlich vor dem Schlusspfiff fiel, als „zu spät“ einsortiert wurde. Egal. Halbfinale war eh sicher! Dieses verlor die wB1 knapp, restlos fertig, da inzwischen gar nicht mehr gewechselt werden konnte und ohne die „besten aller Fans“, die ja auch spielten, war nix mehr zu machen. Mit größerem Team wäre das kein Problem gewesen.
Aber der nächste Höhepunkt folgte ja bereits: Nur aufgrund eines schlechteren Torverhältnisses (der Gegner spielte nach uns) konnte die mA1 nicht mehr ins Finale einziehen und es kam zur Partie um Platz 3: Lions1 gegen Lions 2. Schon der GEMEINSAME Kreis zu Beginn der Partie irritierte die Zuschauer und Gegner. Aber schnell wurde im Spiel klar: die machen Ernst, die schenken sich nichts! Wirklich alle Register wurden gezogen - ein kurzer Ausschnitt aus dem lokalen „Thisted Dagbladed“ (Ausgabe 30.12) schildert es am besten:

- "Das Gipfeltreffen der A-Jugenden. Es geht um Platz drei im A-Pokal. Die Luft schwül, voll der Aggressionen, Testosteron auf Beinen! Da fragt der deutsche Schiri doch glatt, ob das ernst wird? Wer ist Ernst? NATÜRLICH wird das ernst! Wir sind LEISTUNGSHANDBALLER Mann – die spielen NIE nur so! Eine brutale Schlacht kündigt sich an. Ein Körper austrainierter als der nächste. Das Spiel wogt hin und her. T-Erik trifft mehrere seiner gefürchteten Gegenstöße, Wöhli entscheidet sich vor der Entscheidung gegen die erste Entscheidung und TRIFFT, Bitchi trifft aus dem Rückraum (noch ein rückraumfähiger Kreisspieler!), der listige Jan empfiehlt Leon „geh bei Niklas gegen die Hand!“ er tut’s und trifft, Tilli hext von RA den Ball rein, Hannes ergibt sich der Tatsache „ich hasse Backe“ endgültig, Oskar überwindet die vornächtliche Schwäche, Freddie täuscht einen Heber an (listig, listig), Sönke hält nicht nur, sondern trifft direkt. Das Spiel tritt in die entscheidende Phase. Sogar die eigenen Mitspieler werden jetzt schwindelig gespielt. Denn sehnlichst hat Jesko die Lücke vor sich erspäht, Hartzi macht die ideale Bewegung, um ihn in Szene zu setzen, er nimmt die Hände schon fangbereit in die Höhe, doch der Pass geht in perfekter Flugbahn ausgerechnet zu „Football“-Dietmar (Der-der-den-Ball-nie-freiwillig-wieder-rausgibt-Spieler), einem Feind aus der gegnerischen Abwehr. Jesko ist schon im Begriff abzudrehen, doch was ist das? Der Pass geht von Dietmar im Doppelpass zurück zu .... Hartzi und dieser netzt mit Rückraumwurf ein. Jesko gibt auf... das soll einer begreifen! Trotzdem ist noch nichts entschieden! Jetzt kommt die Zeit der Taktikfüchse. Die mA1 setzt ihre Geheimwaffen ein. Steffen B. aus H. als Co-Trainer getarnt und an diesem Wochenende nur einarmig verfügbar, schreckt vor nichts zurück: auf LA spielt er den Ball locker an die Bande der Zuschauer, nimmt den Rückpraller im direkten Pass auf und ... trifft von LA. Die Halle tobt. Was machen die Schieris? Geben das Tor aufgrund herausragender B-Note. Ist es zu fassen? Im nächsten Angriff dann das Unglaubliche: der lang verletzt geglaubte Altnationale Kevin E. wird bei der mA1 eingewechselt. Aufgrund seines austrainierten Körpers braucht er nur 4 Minuten Spielanteil, um mit einem donnernden Rückraumtreffer (Dank an Dani für die authentische Torwartbewegung in die andere Ecke, oscarreif!) dem Spiel die entscheidende Wende zu geben. Das ist Effizienz! Die mA2 kann seine Verletzten Jesper, Mads und seinen anderen Joker Jan F. aufgrund von erkältungsbedingter Stimmlosigkeit nicht mehr einsetzen. Das Spiel ist aus und endete... keine Ahnung vermutlich 4:4! Ein gemeinsamer Schlusskreis mit „Lloret de Mar!“ und den Schiedsrichtern in der Mitte bringt die Halle endgültig um den Verstand und lenkt den weltbesten Paparazzi Dirk so sehr ab, dass er die Kamera nicht einschaltet. Ergebnis: mA1 auf Platz 3 und die mA2 auf Platz 4. Diese Regeln in Dänemark sehr merkwürdig! (Quelle: Thisted Dagbladed 30.12.13, keehre)" -

Obwohl die Energieleistung des Tages bei den meisten die letzten Reserven gekostet hatte, wurde der Abend mit wiederum großer UNO-Runde und Discobesuchen bis auf den letzten Rest ausgekostet. Dass dabei Dietmar und Gähler ihre T-Shirts genau wie Sönke auf LEGALE Weise gewinnen konnten, statt sie wie vermutet als „Geschenk“ von kleinen wE-Spielerinnen aufgedrängt bekommen zu haben („Oh Onkel Dietmar, warum hast du so große Ohren?“), glaubte keiner. Dass Mads und Co. derweil in Kevins Bus auf dem Parkplatz vor der Unterkunft eine mobile „Versorgungsstation“ einrichteten und sich aufopfernd auch um das Wohl der weiblichen Passantinnen kümmerten, baute unsere Beliebtheit bei den anderen Vereinen signifikant aus. Dazu trugen die feinfühlig vorgetragenen Fangesänge („Wenn du aus Bremen kommst ....“) als auch die sensiblen Komplimente („Du geile Spinne!“) massiv bei.

Auch wenn auf der Rückfahrt am Montag nur noch der gelbe Bus die Kondition für „Party bis zum Böhmerwald“-Parkplatz hatte und der gesamte Rest der Crew zumindest phasenweise Luft holen musste, war klar: WÄRE ein Team im Finale gelandet, dann hätten alle noch mal das Maximum rausgeholt, um das Team nach vorn zu peitschen!
Bleibt zu sagen: Was für ein Turnier mit was für einem Team! Genialer Spaß ohne Ende.
Dieses Mal (viel) mehr Sport als in LUND, dafür weniger Zeit fürs Anfeuern und maximaler Funfaktor. Außer im speziellen „dänischen“ Style waren die Unterschiede gering:
a) lange Haare - gern mit Frottee Stirnband oder als Zopf zurück oder „lässig“
b) Kniestrümpfe

Nie waren wir so nah dran, in einem dänischen Turnier an einem A-Pokal-Finale teilzunehmen. Alle waren sich einig: Diese Grenze fällt beim nächsten Mal! Die Frühbuchungen der 95er sind schon notiert. Und für alle anderen gilt: Wer dann nicht mitkommt .... dem ist nicht mehr zu helfen!

Es war super mit euch!
Die Trainer Crew

01. Januar 2014

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